Silurus Glanis (Wels)

Seine Lebensweise ist so düster wie seine Umgebung. Dunkelheit und Schlamm, trübes Wasser und versunkene Bäume – die Welt des Wels ist geheimnisvoll und rätselhaft. Sagenumwoben haust er zwischen Wurzelwerk, in Höhlen und im Schilf. Der Mythos, der diesen Fisch umgibt, lässt Geschichten, Märchen und Legenden ranken.

 

Silurus glanis, Wels oder Waller genannt, lebt zurückgezogen und verborgen. Der riesige Fisch ist überwiegend nachtaktiv, zieht sich deshalb am Tage in einen Schlupfwinkel zurück, nimmt häufig die Farbe des Untergrundes an, ist dann graubraun marmoriert, dunkelgrün gefleckt oder fast schwarz.

"Camo" Baby!
"Camo" Baby!

Der Silurus glanis ist nicht so einfach zu überlisten, und zudem ist er ein schwerer Gegner im Drill!   

Dazu braucht es sehr gutes und zuverlässiges Material um ihn zu bezwingen! 

 

Merke: Schwer ist fair!

Welse im seichten Wasser!
Welse im seichten Wasser!

 

 

Oft liegen Welse aber auch an ungeschützten Stellen, wo sie kein Mensch vermuten würde. Dieses atypische Verhalten findet man aber nur in großen Seen.

Anatomie und Lebensraum

Der Wels besitzt eine ausgesprochen typische Körperform, die ihn von anderen Fischen deutlich unterscheidet. Sein breiter, flachgedrückter Kopf geht über in einen kurzen, gedrungenen Rumpf. Der besonders lang gestreckte Schwanzteil ist dann wieder schmal und relativ hoch. Dieser auffallende Wandel des Körperquerschnittes vom Maul bis zum Schwanz wird noch betont durch die extreme Proportion von Kopf, Rumpf und Schwanz.

Ihre Längen verhalten sich wie 5:7:18. Der bauchseitige Rand des Schwanzes wird nahezu vollständig von der Afterflosse gesäumt. Schwanz und Afterflosse bilden somit eine gewaltige Antriebseinheit, mit deren Hilfe der Wels blitzschnelle Vorwärts- und Seitwärtsbewegungen vollführen kann. Der Wels ist allerdings kein ausdauernder Schwimmer.


Hier ein kurzes Video aus dem Murtensee!

Er bewegt sich schlängelnd über dem Gewässerboden und legt sich dort bald wieder ab. Seine großen Brustflossen dienen ihm zu Kurskorrekturen und zu langsamem, vorsichtigem Ortswechsel. Die Bauchflossen, Schwanz- und Rückenflosse hingegen sind sehr klein und haben fast rudimentären Charakter. Der Wels ist ein überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Raubfisch. Bei ihm ist daher der Gesichtssinn, im Gegensatz zum Hecht und Zander, von untergeordneter Bedeutung.

Seine Augen sind sehr klein. Der Tastsinn hingegen ist beim Wels stark ausgeprägt. Er besitzt hierzu am Unterkiefer vier kleinere Barteln, die relativ weich sind und nicht bewegt werden können. Am Oberkiefer sitzen zwei lange Barteln, mit denen der Wels seine Umgebung gezielt abtasten kann. Beim Schwimmen streckt er sie wie Fühler bogenförmig nach vorne aus. In unmittelbarer Nähe dieser Barteln liegen auch die beiden gut ausgebildeten Riechgruben. Bewegungen von Beutetieren, aber auch eventueller Feinde nimmt der Wels als Druckwellen mittels seiner Seitenlinien wahr. In diesen Seitenlinien befinden sich mit Schleim gefüllte Sinneszellen, die über kleine Kanäle Veränderungen des Wasserdrucks aufnehmen und an das Gehirn weitermelden.

Geräusche, also Schallwellen, werden von der Schwimmblase aufgenommen und dort wie von einem Resonanzkörper verstärkt. Über den Weberschen Apparat werden diese Signale an das eigentliche Gehör- und Gleichgewichtsorgan, das so genannte Labyrinth, weitergegeben. Welse leben in vielen Seen und größeren Teichen. Wir finden sie auch in träge fließenden Flüssen und deren Altwässern. Fast ausschließlich hält sich der Wels in Nähe des Gewässerbodens auf. Er bevorzugt weiche, schlammige Gründe und versteckt sich gerne zwischen Wurzeln und Wasserpflanzen.

Lebensweise und Beutefang

Der Wels wurde bereits als nachtaktiver Jäger der Bodenzone beschrieben, der tagsüber in der Regel ruht. Während der Dunkelheit streift der Wels langsam über den Gewässerboden oder liegt lauernd auf dem Grund. Die Färbung seiner marmorierten Haut passt sich dem jeweiligen Lebensraum an und reicht von schwarz/grau bis braun/grün. Es gibt auch Albino- und Goldformen. Welse haben eine schuppenlose Haut und sind daher empfindlich gegen Hauterkrankungen.

Etwa 25% der gesamten Sauerstoffaufnahme kann beim Wels über die Haut erfolgen. Mit Hilfe seiner Tarnfarbe ist der Wels am Gewässerboden nur schwer zu erkennen. Die Bauchseite hingegen ist hell, häufig weiß. Damit hebt er sich, von unten betrachtet, kaum von der schillernden Wasseroberfläche ab. Solchermaßen getarnt erwartet der Wels seine Beute. Oder er schiebt sich mit den großen Barteln vorsichtig tastend an sie heran. Die Distanz, aus der er zuschlägt, ist stets sehr gering. Ein plötzlicher Schlag seiner mächtigen Schwanzflosse muss genügen, um ihn an die Beute zu bringen. Fast immer schlägt der Wels durch eine Seitwärtsbewegung des Maules. Dabei entsteht durch das schnelle Auseinanderreißen der Kiefer ein Sog, der kleinere Beutetiere direkt ins Maul zieht. Ober- und Unterkiefer sind bewehrt mit einer Vielzahl kleiner Hechelzähne, die sehr spitz und nach innen gebogen sind. Die ergriffene Beute hat keine Chance zu entkommen.

 

Welse ernähren sich in der Jugend von Zooplankton, Chironomidenlarven und Tibificiden. Es werden auch Würmer und Schnecken angenommen. Mit weiterem Wachstum fängt der Wels auch andere Fische aller Arten, bevorzugt jedoch Bodenbewohner wie z. B. die Schleie.

 

Daneben frisst der Wels auch Krebse, Wirbeltiere wie die Wasserspitzmaus, Frösche und in seltenen Fällen auch Enten und Möwen. Allerdings werden diese nur Beute sehr seltener, großer Welse. Je nach Wassertemperatur ist die Nahrungsaufnahme im Winter überwiegend eingestellt.

Angler schätzen den Wels als attraktiven Raubfisch sehr, fürchten jedoch seinen zu großen Fraßdruck auf andere Fischarten. Diese Sorge ist jedoch größtenteils unbegründet, da ein Wels sein Revier durch Kannibalismus von Artgenossen freihält. Das Revier nimmt flächenmäßig mit dem Wachstum des Welses zu.

Ein „Leerfressen" dieses Gebietes durch den Wels ist daher nicht möglich. Darüber hinaus ist der Wels als einheimischer Raubfisch seit vielen Jahrtausenden Bestandteil des Ökosystems Gewässer. Jäger und Beute stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

Laichverhalten, Entwicklung vom Ei bis zum Jungfisch

Welse sind Einzelgänger. Lediglich zur Laichzeit, etwa von April bis Juli, finden sie sich paarweise in den pflanzenreichen Flachwasserzonen. Das Männchen (Milchner) bereitet durch Flossenschläge ein Nest in den Wasserpflanzen vor. Während des nun folgenden Laichspiels presst das Weibchen (Rogner) die Eier aus dem Geschlechtsporus aus. Sie werden sofort vom Milchner besamt und kleben an den Pflanzenteilen. Pro kg Körpergewicht sind von einem Rogner etwa 10 000 der hellbeigen, 2 bis 3 mm großen Eier zu erwarten. Dieses Nest wird vom Milchner bis zum Schlüpfen der Embryonen bewacht und durch Flossenschläge mit Frischwasser versorgt. Nach etwa drei Tagen schlüpfen die pigmentlosen, weißen, etwa 6 mm großen Larven. Sie sind ausgesprochen lichtscheu und haften sich zunächst an Wasserpflanzen an. Erst nach weiteren drei Tagen besitzen sie eine Schwimmblase und können schwimmen und Nahrung suchen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sie sich vom eigenen Dottersack ernährt. Nun stellen sie bereits kleineren Zooplanktern (Rotatorien, kleineren Cladoceren) nach. Besonders im ersten Lebensjahr ist die Zahl der Feinde des Welses groß. Nahezu sämtliche Fischarten ernähren sich von frischgeschlüpften Embryonen. Daneben stellen Frösche, Wassergeflügel und Insekten den Jungfischen nach. Insbesondere die Libellenlarven, der Gelbrandkäfer und seine Larve sind als Räuber der Fischbrut anzusprechen. Am Ende des ersten Jahres ist der Wels 10 bis 20 cm groß. Er stellt nun seinerseits Tubificiden oder kleineren Fischen nach.

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